50 Jahre Schule Langengrassau
Am 28.08.06 fand das Ehemaligen Treffen statt. Es kamen rund 700 Besucher.
Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 29.08.06 Mit
Zuckertüte und Gedicht Abschied von der alten Schule
Ehemalige Langengrassauer Lehrer treffen sich zum 50. Gründungstag
Heidi Große hat es nach 50 Jahren noch einmal getan: das
Gedicht «Aufbau» von Bertold Brecht aufgesagt –
so wie 1956, als das Schulgebäude in Langengrassau (Heideblick)
eingeweiht worden war. Inzwischen steht das Haus seit zwei Jahren
leer. Das Jubiläum wurde trotzdem gefeiert.

Foto: Andreas StaindlDa staunt Monika Raabe. Die Mitorganisatorin
der Feier zum 50.Gründungstag der Langengrassauer Schule hat
für ihr Engagement eine kleine Zuckertüte erhalten.
Heidi Große war 13 Jahre alt und hieß noch Wolf, als
sie ihren großen Auftritt hatte. Es gibt alte Fotos, die die
damalige Siebentklässlerin beim Gedichtvortrag zeigen. „Daran
konnte ich mich erinnern, aber an das Gedicht nicht mehr“,
sagt Große. „Ich wusste nur noch, dass es sehr lang
war.“
Monika Raabe aber kannte auch dieses Detail aus der Schulgeschichte.
Die 65-Jährige war 37 Jahre lang Lehrerin in Langengrassau
gewesen, hat die Arbeitsgemeinschaft Junge Historiker geleitet und
zum Schuljubiläum Zeitzeugnisse rausgekramt. Raabe gehört
zu den Initiatoren der Jubiläumsfeier in Langengrassau. „Ein
harter Kern ehemaliger Mitarbeiter trifft sich regelmäßig“,
erzählt sie. „Was lag da näher, als zum 50. ein
richtiges Fest zu organisieren?“ Rund 120 Lehrer, Pionierleiter
und technische Kräfte hätten in fünf Jahrzehnten
an der Langengrassauer Schule gearbeitet. Etwa die Hälfte ist
gekommen, auch Gisela Martin.
Die 83-Jährige war bei der Einweihung vor 50 Jahren dabei gewesen
und hat fast bis zur Wende als Lehrerin gearbeitet. „Als Deutschlehrerin
war ich für die Kultur bei Festveranstaltungen der Schule zuständig“,
erzählt sie. Dietmar Becker erinnert sich noch gut: „Frau
Martin hatte mich ausgewählt, ein Gedicht zur Einweihung vorzutragen
und sehr genau kontrolliert, ob ich auch fleißig lerne.“
Der heutige Schulleiter des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums kam damals
gerade in die zweite Klasse. „Da“, sagt Heidi Große
und zeigt auf ein altes Foto: „Der kleine Junge da neben mir
ist Dietmar Becker.“ Gern hätte auch er das Gedicht ein
zweites Mal vorgetragen. „Doch ich habe es leider verlegt“,
entschuldigt er sich, gesteht aber: „Ich hatte damals ziemliche
Angst davor, das Gedicht aufzusagen. Aber mit Frau Martins Hilfe
ist es wohl gelungen.“
Paul Werner war der erste Leiter der Langengrassauer Schule, Margrit
Balzer die letzte Schulleiterin von insgesamt acht in 50 Jahren.
Sei zwei Jahren ist die Schule geschlossen. Monika Raabe schätzt,
dass etwa 1500 Schüler an der Einrichtung gelernt haben. Zahlreiche
Kinder von einst seien später Lehrer geworden und hätten
sogar an ihrer früheren Schule gearbeitet, so wie sechs Jahre
lang auch Heidi Große.
Von 1956 bis 1959 hat Gisela Schubert nach eigener Aussage in Langengrassau
unterrichtet, später auch in Stöbritz und Luckau beispielsweise.
„Ich war sehr gern Lehrerin“, sagt sie. Sie habe schon
mit 14 Jahren ihren ersten Unterricht gegeben und sei damals teilweise
jünger als ihre Schüler gewesen. „Das war nach dem
Krieg halt so“, sagt Gisela Schubert. Sie hat sich während
der Jubiläumsfeier viel mit ihren ehemaligen Kollegen zu erzählen.
Monika Raabe hilft beim Erinnern: „Stein auf Stein und mit
primitiven Mitteln war die Schule aufgebaut worden, auch Schüler
schippten kräftig. Die Einweihung war ein großes Volksfest,
die Schule über Jahrzehnte Lebensinhalt vieler Menschen.“
Sie ahnt, dass die Jubiläumsrunde auch ein Abschied ist. „In
dieser Runde werden wir uns wohl nicht mehr wieder sehen, sagt sie
mit belegter Stimme.
Weiterhin konnte man 4 CD`s mit unzähligen alten Fotos
erwerben. Nachfolgend einige Fotos davon.
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