Höllberghof hält alte Bräuche am
Leben
Zum Auftakt gibt’s einen Spinnteabend
In der verschneiten Landschaft gibt der Höllberghof bei Langengrassau
ein echtes Postkartenmotiv ab.Die offizielle Höllberghof-Saison
beginnt erst im April – dann ist der historische Bauernhof
wieder täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.
Das Veranstaltungsprogramm startet aber schon im Januar.
Den Auftakt bildet am Samstag, dem 18. Januar, ein Spinnteabend
, den die Dickweibergilde aus Wüstermarke und das Team des
Höllberghofs gemeinsam gestalten werden. «Die Pflege
des regionalen Brauchtums liegt uns sehr am Herzen» , sagt
Petra Kranz, die das Höllberghof-Programm mit vorbereitet hat.
In früheren Zeiten haben sich die Dorffrauen in Spinntestuben
getroffen, um in geselliger Runde ihre Handarbeiten zu erledigen.
«Unter der Anleitung der erfahrenen Hausfrauen haben die jungen
Mädchen auch ihre Aussteuer angefertigt» , weiß
Petra Kranz. «Dabei wurden Geschichten erzählt und gesungen
– so wurden die alten Volklieder von Generation zu Generation
weitergegeben.» Dieser Brauch soll auf dem Höllberghof
wieder aufleben. «Eingeladen ist jeder, der mittun oder einfach
nur zusehen und zuhören möchte. Auch Männer sind
willkommen» , betont Petra Kranz.
Spaß und Geselligkeit
Eine alte dörfliche Traditon ist auch das Federnreißen
. «Dabei traf man sich reihum in den Häusern, um die
Federn von den Kielen zu trennen.» Wie das geht, können
Interessierte am 21. Februar auf dem Höllberghof erleben. Heute
wie damals geht es dabei nicht nur um die Arbeit, sondern auch um
Spaß und Geselligkeit.
Im März ist dann ein traditionelles Schlachtefest geplant.
«Dabei soll es zugehen wie zu Omas Zeiten» , erzählt
Petra Kranz. Diese Veranstaltung sei bei den Besuchern sehr beliebt.
«Das Schlachtefest wird besonders von Berlinern sehr gut angenommen»
, freut sich die Mitarbeiterin des Höllberghofs. Der genaue
Termin für das Ereignis stehe noch nicht fest. Auch sei unklar,
ob es im Herbst 2003 ein weiteres Schlachtefest geben wird.
Traditionelle Ostervergnügen
Fest geplant ist aber das Osterwalen am Ostersonntag, dem 20. April.
«Mit diesem kleinen Fest wollen wir in die offizielle Saison
einsteigen» , sagt Petra Kranz. «Wer beim Walen seine
Ostereier am weitesten eine Bahn hinunterkullern kann, ohne dass
diese kaputt gehen, darf alle Eier mitnehmen» , erklärt
sie die Regeln des traditio nellen Ostervergnügens. An diesem
Tag werden dann auch der Hof und alle Ausstellungen für die
Besucher geöffnet sein. «Und falls größere
Gruppen kommen, werden Führungen angeboten» , verspricht
Petra Kranz.
Am 1. Mai steht dann der 3. Tag der Natur auf dem Höllberghof-Programm.
Dieses Ereignis wird von der Naturparkverwaltung gestaltet. Dabei
werden die Arten des Jahres 2003 an Infoständen vorgestellt
– bei einem Quiz zum Thema Natur winken interessante Preise.
«Drumherum gibt es ein hoftypisches kulturelles und kulinarisches
Programm» , kündigt Petra Kranz an. Erstmals findet an
diesem Tag eine Pflanzentauschbörse für Hobbygärtner
statt.
Im Juni soll es dann das allseits beliebte Backofenfest geben, bei
dem im urigen Rei sigbackofen knuspriges Brot und Blechkuchen zum
sofortigen Verzehr und zum Mitnehmen gebacken werden.
Das Erntedankfest wird am 3. Oktober zum achten Mal auf dem Höllberghof
gefeiert. Dann werden wieder Landwirtschaft- und Handwerkstechniken
auf dem historischen Hof vorgestellt. Außerdem können
Köstlichkeiten aus heimischen Gärten, Wäldern und
Ställen verkostet werden.
Nicole Freyler Artikel vom 07.01.2003 01:09
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